Die Ruhe nach dem Sturm?

Rückbesinnung auf die Wir-Gesellschaft

Die Krise, die unsere Welt momentan erschüttert, beeinflusst in nie dagewesenem Ausmaß einen jeden Bereich unseres Lebens. Es herrscht ein politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ausnahmezustand. Soziale Isolation, langsame und unzureichende Reaktion der Regierungen und einbrechende Aktien und Arbeitsmärkte lassen viele an den unrettbaren Zusammenbruch glauben und Endzeitfantasien schmieden. Sie fragen sich: Was soll nur werden aus uns?

 

 

Alle gegen alle oder gemeinsam für alle?

Eins vorneweg: Der mit Dosenfutter ohne Ablaufdatum gefüllte Bunker kann zwar noch warten. Es ist aber wahr, dass durch die Globalisierung und weltweite Vernetzung die Auswirkungen der Krise schneller, verheerender und mit langfristigeren Folgen behaftet sein werden als bei vergleichbaren Momenten der Geschichte. Die letzten Wochen haben gezeigt, wie fragil und fehleranfällig unsere schöne neue Welt ist. Sollten wir uns also abschotten und isolieren, zurück in der Zeit gehen und nur die notwendigsten Beziehungen mit dem Rest der Welt, wenn nicht gar Europa aufrechterhalten?

Keinesfalls! Diese Krise und ihre Folgen sollen kein Anstoß sein, sich zu verkriechen und die, teils bahnbrechenden, Errungenschaften der letzten Jahrzehnte zunichte zu machen. Vielmehr muss darin die Chance gesehen werden, mit mehr Resilienz, mehr Kompromissbereitschaft und mehr Vertrauen auf harmonische weltweite Zusammenarbeit daraus hervorzugehen. Dass der Status quo nicht lange so weitergegangen wäre, darin sind sich Zukunftsforscher einig. Allein das Säbelrasseln zwischen den USA und China, den USA und Russland, oder mit Verlaub gesagt den USA und der halben restlichen Welt hätte früher oder später unschöne Konsequenzen nach sich gezogen. Dass auch die Natur unter der eisernen Faust des modernen Menschen gelitten hat, wird daraus deutlich, wie schnell und gründlich sie sich erholt, wenn wir nur einen Monat lang weltweit etwas kürzertreten. Und dass auch ein Rückbesinnen auf Lokales möglich ist, zeigen rurale unter Quarantäne stehende Gebiete, die trotz geringer Anzahl an Lebensmittelgeschäften und Apotheken nicht im Chaos versunken sind.

Getreu dem Motto „Das ist das Dorf das dir deine Hoffnung nimmt, das ist das Dorf in dem wir trotzdem glücklich sind“ der Punk-Legenden von Bizarro Welt, hat eine kleinere lokale Dynamik ihre Vorteile, aber auch klare Grenzen. Innerhalb eines Dorfes, oder eines kulturell eng verschweißten Tals wie des Vinschgau, ticken die Uhren etwas anders. Vertrauensbasis, Sympathie und Kreislaufwirtschaft aus Ressourcen, Ideen und Ineinandergreifen von verschiedenen Branchen und Betrieben sind einfacher und intuitiver als in den anonymen, profitorientierten Wirtschaftskreisläufen der Millionenmetropolen dieser Welt. Hier ist Realität, was sich Zukunftsforscher für den Wiederaufschwung stark von der Krise betroffener Gebiete wünschen. Wie also kann dieses individuelle, auf das Stärken der lokalen Wirtschaft ausgelegte Mindset mit den positiven Errungenschaften der Globalisierung vereinbart werden?

 

Die Welt ist ein Dorf – und vice versa

„Think global, act local“ war und ist schon lange ein Leitspruch von Globalisierungspionieren. Doch die Glokalisierung geht noch weiter. Sie denkt und handelt lokal und global, in ausgewogenem Maß, zum Vorteil aller Beteiligten. Hier kommt BASIS Vinschgau Venosta ins Spiel, das sich diese Prinzipien schon lange vor der Krise auf die Fahne geschrieben hat. Die lokale Wirtschaft soll gestärkt werden, dabei aber immer von aktuellen Trends und Entwicklungen profitieren können. Unternehmen und Personen sollen sich proaktiv und individuell einbringen und dafür von Wissen, Ressourcen und Möglichkeiten profitieren, zu denen sie allein nicht oder schwer Zugang finden. Ein großes Netzwerk aus Kontakten und Partnern verschiedenster Richtungen ermöglichen es, globale Vermittler und Ansprechpartner zu sein und Lokales zu fördern. Ein Mitarbeiter des Think-Tanks „Zukunftsinstitut“ formulierte es treffend als „…lokale Arbeit durch globale Mittel, lokale Projekte durch globale Ideen, lokaler Erfolg durch globale Hilfe“. Frei nach Pippi Langstrumpf: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ – nur dass sie uns eben allen gefallen wird, wenn wir uns auf lokale Werte besinnen, ohne uns zu isolieren.